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23,976 fps in einer 25-fps-Sequenz ruckelt – so behebst du es

Ein typischer Fall in europäischen Fernseh- und Webproduktionen: Kamera-, Drohnen- oder Archivmaterial mit 23,976 oder 24 Bildern pro Sekunde landet in einer Sequenz mit 25 fps. Das Ergebnis: Etwa einmal pro Sekunde – alle 24 bis 25 Frames – steht ein Bild doppelt. Bei Schwenks und Fahrten sieht man ein regelmäßiges Haken.

Warum das passiert

Dem Material fehlt pro Sekunde rund ein Bild. Premiere Pro und After Effects füllen die Lücke in der Voreinstellung mit Frame-Sampling: Sie zeigen jeweils das nächstliegende Bild des Clips – und wiederholen dabei regelmäßig eines. Je gleichmäßiger die Bewegung, desto deutlicher fällt das auf.

Ursache bestätigen

  1. Clip in der Sequenz auswählen → Rechtsklick → Im Projekt anzeigen (Reveal in Project).
  2. Im Projektfenster die Spalte „Medien-Framerate“ (Media Frame Rate) ablesen: 23,976 oder 24.
  3. Sequenz → Sequenzeinstellungen → Zeitbasis (Timebase): 25. Passt beides, ist die Ursache gefunden.

Lösung 1: Filmmaterial interpretieren (PAL-Speed-up)

Am saubersten, wenn eine kleine Tempoänderung in Ordnung ist – so wird Kinomaterial im Fernsehen seit Jahrzehnten gezeigt:

  1. Rechtsklick auf den Clip im Projektfenster → Ändern → Filmmaterial interpretieren (Modify → Interpret Footage).
  2. „Diese Framerate annehmen“ (Assume this frame rate): 25.
  3. Den Clip in der Sequenz prüfen: Er ist jetzt etwas kürzer – Schnitt und Anschlüsse anpassen.

Jedes Bild erscheint dann genau einmal, ohne errechnete Zwischenbilder. Der Clip läuft dabei rund 4 % schneller und wird entsprechend kürzer – Schnitt, Musik und Ton danach prüfen.

Lösung 2: Optischer Fluss, wenn die Länge bleiben muss

Muss die Länge exakt bleiben – wegen Sprache, Musik oder Lippensynchronität –, rechnet Premiere die fehlenden Bilder neu:

  1. Clip in der Sequenz auswählen → Clip → Videooptionen → Zeitinterpolation (Clip → Video Options → Time Interpolation) → „Optischer Fluss“ (Optical Flow).
  2. Rendern und die Stelle Bild für Bild ansehen: Bei schnellen Bewegungen oder Verdeckungen können Schlieren entstehen – dann „Frame-Überblendung“ (Frame Blending) versuchen.

In After Effects

Footage im Projektfenster auswählen → Datei → Footage interpretieren → Hauptfootage (File → Interpret Footage → Main) → „Angleichen an Framerate“ (Conform to frame rate): 25. Wirkung wie oben: jedes Bild genau einmal, der Clip wird kürzer. Soll die Länge bleiben: Ebene → Frame-Überblendung → Pixel-Bewegung (Layer → Frame Blending → Pixel Motion) und den Schalter „Frame-Überblendung“ der Komposition einschalten.

Gleiches Prinzip bei 23,976 in 29,97 fps (Judder, Pulldown)

In einer 29,97-fps-Sequenz fehlen dem 23,976-Material sogar rund sechs Bilder pro Sekunde – etwa jedes fünfte Bild steht doppelt. Dieses gleichmäßige Haken nennt man Judder; es ähnelt dem, was der klassische 3:2-Pulldown bei der Wandlung von Kinomaterial auf NTSC erzeugt. Interpretieren wäre hier ein Viertel schneller und kommt meist nicht in Frage. Besser die Sequenz in 23,976 anlegen und erst beim Export wandeln, oder den Optischen Fluss nutzen.

Mehr zu anderen Ursachen: Video ruckelt nach dem Export.

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